Heinz Cars_Konzept
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Ausstellungen 2007
Andreas Nader
Andreas Nader_"Odessa - Gesichter einer Stadt am Schwarzen Meer"
Eröffnung:
8. November 2007, 19 Uhr

Chris Müller
Chris Müller_"Der Verein oder das weiße Ballett mit braunen Flecken"
Eröffnung:
13. September 2007, 20 Uhr

Elke Zauner
Elke Zauner_"Reigen"
Eröffnung:
10. Mai 2007, 19 Uhr

Heinz Cars
Heinz Cars_ "TRESPASSES"
Eröffnung:
14. März 2007, 19 Uhr



Heinz Cars Heinz Cars


Heinz Cars_TRESPASSES
Nachdem ich schon für andere Kunstprojekte Geburtshäuser von verschieden Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Literatur recherchiert habe, um die Menschen, die aktuell darin leben, zu photographieren, handelt diese Arbeit u.a. von der Suche nach dem Geburtshaus meiner 2006 im 93sten Lebensjahr verstorbenen Großmutter, das ich nach längerer Recherche nur mehr als Ruine in Mitten eines militärischen Sperrgebietes ausfindig machen konnte.

Im Mai 1938, sofort nach dem "Anschluss", zwangen die Nationalsozialisten über 7000 Menschen, ihre 42 Ortschaften zu verlassen, da ein Truppenübungsplatz für die deutsche Wehrmacht errichtet wurde. Interessanterweise stammen die Eltern Hitlers aus dieser Gegend, was zu einigen Spekulationen über seine Vergangenheit geführt hat. (vgl. Rosenbaum 1999) Das Geburtshaus seines Vaters und die Grabstelle der Großmutter wurden von den Panzern der Wehrmacht dem Erdboden gleichgemacht.

Die meisten dieser Orte im militärischen Sperrgebiet, wo bis heute das österreichische Bundesheer Truppenübungen abhält, sind beinahe vollkommen zerstört. Die Ruinen der einstigen Wohnhäuser, Kirchen und Wirtschaftsgebäude lassen sich jedoch in Mitten unbelassener Natur und militärischer Infrastruktur ausfindig machen und auch die ehemalige Ortsstruktur lässt sich nach genauerem Studium nachvollziehen.
Vor allem die teilweise schwer zerstörten Bunker entlang der Panzerstraßen illustrieren, dass die Erinnerung an die Vergangenheit nicht so einfach verdrängbar ist wie das vom offiziellen Nachkriegsösterreich betrieben wurde. Aufgrund der sehr dicken Stahlbetonwände haben diese Bunker trotz ständigem Artilleriebeschuss der Zeit und vielen militärischen Übungen widerstanden, weshalb man sie auch als Symbole oder unangenehme Erinnerungsräume an Österreichs von Vielen nur allzu gerne verdrängte Vergangenheit lesen kann.

Dieses Projekt, wo der künstlerische Blick auf einen Ort gerichtet wird, zu dem Zivilisten normalerweise keinen Zugang haben, weil dort bis heute Krieg simuliert wird, bedient sich v.a. bei der Videoarbeit teilweise der Ästhetik eines "Militainment", wie man es von diversen Produkten der Kulturindustrie wie Actionfilmen und Computerspielen kennt. Nur die Soldaten und die Opfer bleiben in dieser Darstellung ausgespart. Auf den Straßen, wo normalerweise Panzer und Militärfahrzeuge unterwegs sind, sieht man im Video nur Panzerspuren; ausrangierte Panzer oder deren Reste ruhen zwischen den zerstörten Dörfern monumental in der Landschaft. In Mitten von ungezähmter Natur lassen sich noch die Grundmauern von Kirchen erkennen. Zwischen Sprengplätzen und Schießanlagen stechen aber vor allem die Bunker hervor, die von Einschusslöchern übersät, wie bedrohliche Narben in der Landschaft erscheinen, wo sie als politische Symbole auch Auskunft über den Umgang einer Gesellschaft mit ihrer Geschichte geben.

Die Ausstellungsräumlichkeiten im Keller der Zukunftswerkstätte, die von der Ästhetik teilweise an die Innenräume der zerstörten Häuser, aber auch der Bunker erinnern können, sind für die Präsentation des Projektes, das auf verschiedenen medialen Ebenen (C-PRINTS, DIA-PROJEKTION, VIDEO, PODIUMSDISKUSSION) realisiert werden soll, sehr gut geeignet.

Copyright  

Die gezeigten Arbeiten und Projekte unterliegen dem Urheberrecht. Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass jegliche Verwendung, Wiedergabe, Verbreitung und Reproduktion von Bild- und Textmaterial ohne Erlaubnis der jeweiligen Künstlerinnen und Künstler eine Copyright-Verletzung darstellt.

 


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